D├╝sseldorfer Tabelle 2018: Kindesunterhalt:

Was ├Ąndert sich 2018?

D├╝sseldorfer Tabelle 2018 – Der Mindestbetrag beim Kindesunterhalt leitet sich in Deutschland schon seit mehr als einem halben Jahrhundert aus der D├╝sseldorfer Tabelle 2018 ab. Nach der deutschen Wiedervereinigung galt in den f├╝nf ├Âstlichen Bundesl├Ąndern bis zum Jahr 2007 erg├Ąnzend die sogenannte Berliner Vortabelle, in welcher niedrige Einkommen erfasst waren, die in der D├╝sseldorfer Tabelle nicht ber├╝cksichtigt wurden. Diese Tabellen waren und sind notwendig, weil der Paragraf 1612 des B├╝rgerlichen Gesetzbuchs keine konkreten Betr├Ąge nennt. Sie m├╝ssen regelm├Ą├čig an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten angepasst werden.
Genau das ist mit Wirkung zum 1. Januar 2018 geschehen.

Welche Änderungen gibt es in der Düsseldorfer Tabelle 2018?

D├╝sseldorfer Tabelle 2018: Je nach Altersgruppe erh├Âht sich der zu beanspruchende Mindestunterhalt im kommenden Jahr um sechs bis sieben Euro pro Monat. Gleichzeitig wurde die Einkommensobergrenze f├╝r die unterste Einkommensstufe von 1.500 Euro auf 1.900 Euro angehoben. Das kann in einigen F├Ąllen zu einem niedrigeren Kindesunterhalt als bisher f├╝hren. Der Anspruch f├╝r 6- bis 11-j├Ąhrige Kinder betr├Ągt nach der 2017er Tabelle bei einem Einkommen zwischen 1501 und 1900 Euro noch 413 Euro und wird nach der ab 2018 geltenden D├╝sseldorfer Tabelle durch diese ├änderung nur noch bei 399 Euro liegen.

Alleinerziehende Eltern, die bisher einen Kindesunterhalt auf der Basis der zweiten Einkommensstufe bezogen haben, sollten sich also gut ├╝berlegen, ob sie eine Anpassung des Unterhalts verlangen. Umgekehrt ergibt sich f├╝r Unterhaltspflichtige in diesem Einkommensbereich die Chance, die monatliche Belastung durch eine Anpassung zu verringern. Allerdings sollten Unterhaltspflichtige auch bedenken, dass sich ab Januar 2018 in der genannten Einkommensgruppe der Bedarfskontrollbetrag f├╝r Erwerbst├Ątige von bisher 1.180 Euro auf 1.080 Euro pro Monat verringert.

D├╝sseldorfer Tabelle 2018 – Was wird beim Kindesunterhalt noch ber├╝cksichtigt?

Wie hoch die tats├Ąchliche Zahllast pro Monat ist, h├Ąngt von weiteren Faktoren ab. Hier spielt vor allem die Anzahl der Unterhaltsberechtigten eine wichtige Rolle. Erzielt ein Unterhaltsverpflichteter ein Einkommen, das nicht f├╝r die Zahlung des vollen Mindestunterhalts f├╝r mehrere Kinder ausreicht, wird der Unterhaltsbetrag f├╝r jedes Kind so gek├╝rzt, dass der Bedarfskontrollbetrag nicht unterschritten wird. Die K├╝rzung erfolgt nicht pauschal in gleichen Summen, sondern in Abh├Ąngigkeit von der H├Âhe des Anspruchs auf Unterhalt in der jeweiligen Altersgruppe. Das hei├čt, bei ├Ąlteren Kindern f├Ąllt die K├╝rzung vom Betrag her h├Âher aus als bei j├╝ngeren Kindern.

Zu beachten ist au├čerdem die Frage, welcher Elternteil das Bundeskindergeld bezieht. Geht das Bundeskindergeld an den nicht barunterhaltspflichtigen Elternteil, wird es nach dem Paragrafen 1612 des B├╝rgerlichen Gesetzbuchs zur H├Ąlfte auf den Mindestunterhalt angerechnet. Erg├Ąnzend werden Einkommen ber├╝cksichtigt, welche die unterhaltsberechtigten Kinder selbst beziehen. Sie m├╝ssen vor der Anrechnung jedoch um Mehrbedarfe gek├╝rzt werden, die beispielsweise bei der Ausbildungsverg├╝tung pauschal 100 Euro pro Monat betragen.

D├╝sseldorfer Tabelle 2018: Welche Besonderheiten bestehen beim Kindesunterhalt beim Wechselmodell?

D├╝sseldorfer Tabelle 2018: Viele getrennte Elternteile bevorzugen L├Âsungen, bei denen die Kinder abwechselnd beim Vater und der Mutter leben. Das Gesetz selbst sieht daf├╝r keine konkreten Bestimmungen vor. Deshalb ist hier ein Urteil von Bedeutung, das vom Bundesgerichtshof im Januar 2017 unter dem Aktenzeichen XII ZB 565/15 gef├Ąllt wurde. Danach kommt es beim Wechselmodell immer auf die H├Âhe des Einkommens beider Elternteile an. Unterscheiden sich die Einkommen erheblich, kann trotz einer h├Ąlftigen Aufteilung der Zeit ein Anspruch auf Kindesunterhalt gegen den Elternteil mit dem h├Âheren Einkommen geltend gemacht werden. Erfolgt die Teilung der Betreuungszeit dauerhaft nicht gleichm├Ą├čig, wird erg├Ąnzend die konkrete Zeit ber├╝cksichtigt, in der das Kind bei jedem Elternteil lebt.
Hinzu kommen die Mehrkosten, die durch den stetigen Wechsel entstehen. Hier wird also auch beachtet, ob beispielsweise nur einer der Elternteile f├╝r die notwendigen Transporte des Kinds bei den Wechseln des Aufenthaltsorts zust├Ąndig ist. Anrechenbar sind au├čerdem die Mehrkosten, die durch verl├Ąngerte Fahrten zur Kindertagesst├Ątte, zur Schule oder zum Ort der Berufsausbildung bei einem Elternteil anfallen.

Fazit: Die Angaben in der D├╝sseldorfer Tabelle 2018 sind nur Richtwerte. Bei der konkreten Festsetzung des Kindesunterhalts m├╝ssen erg├Ąnzend individuelle Faktoren beachtet werden. Deshalb ist eine anwaltliche Beratung sowohl f├╝r die gesetzlichen Vertreter der unterhaltsberechtigten Kinder als auch die barunterhaltspflichtigen Elternteile immer ratsam.