Was unterscheidet den Zugewinnausgleich vom Versorgungsausgleich?

Das deutsche Familienrecht kennt f├╝r den Fall einer Scheidung den Versorgungsausgleich und den Zugewinnausgleich. Zwischen diesen beiden Verfahren gibt es einen gravierenden Unterschied, denn der Versorgungsausgleich wird beim Familiengericht in das Scheidungsverfahren unmittelbar einbezogen. Der Zugewinnausgleich kann auch au├čergerichtlich geregelt und genau wie die vorzunehmenden Regelungen zum Sorgenrecht und Umgangsrecht f├╝r gemeinsame Kinder vom eigentlichen Scheidungsverfahren abgetrennt werden. Das hei├čt, der Zugewinnausgleich ist keine zwingende Voraussetzung f├╝r den Abschluss des Scheidungsverfahrens mit einem rechtskr├Ąftigen Urteil. Haben Sie noch Fragen an den Scheidungsanwalt Kiel? Ihre Familienrecht Kiel Kanzlei Jensen hilft Ihnen weiter!

Zugewinn und Versorgungsausgleich

Sowohl mit dem Zugewinnausgleich als auch dem Versorgungsausgleich sollten Unterschiede bereinigt werden, die w├Ąhrend der Ehezeit beim Aufbau von Verm├Âgen und Anspr├╝chen zur wirtschaftlichen Versorgung im Alter entstanden sind. Hauptursachen daf├╝r sind einerseits die Zeiten, in denen die berufliche T├Ątigkeit zur Erziehung gemeinsamer Kinder unterbrochen wird. Andererseits wird hier ber├╝cksichtigt, dass mehrheitlich die Frauen zu Gunsten der Familie dauerhaft oder zeitweise gar nicht arbeiten oder nur in Teilzeitjobs t├Ątig sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass Frauen auch im 21. Jahrhundert oft noch deutlich weniger als die M├Ąnner verdienen.

Welche Geschichte hat der Versorgungsausgleich im Familienrecht?

Die gesetzliche Pflicht zum Versorgungsausgleich bei der Ehescheidung wurde in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ersten Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts im Jahr 1977 eingef├╝hrt. Im Jahr 2009 wurde erg├Ąnzend das Versorgungsausgleichgesetz geschaffen. Die letzte ├änderung erfolgte hier im Jahr 2017. Allerdings treten diese ├änderungen erst im Sommer 2024 in Kraft. Der ┬ž 3 des Versorgungsausgleichsgesetzes in der aktuellen Fassung (Stand M├Ąrz 2018) besagt, dass ein Ausgleich der erworbenen Versorgungsanspr├╝che bis zu einer Ehedauer von drei Jahren nicht zwingend vorgeschrieben ist. Er kann aber erfolgen, wenn einer der zu scheidenden Ehepartner dies im Rahmen des Scheidungsverfahrens beantragt.